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Wir tauschen unsre DNA und wir zeugen Krieger!

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o1 Alter Strand. anfahrtsweg. der erste blick aufs meer. sonnenplatz. das beste bier der welt. zwischen den dünen. sonnenuntergang. rücktour.

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Daddys Eyes - Ich will dich nicht



Ich stehe vor dir.
"Für Dich!"
Toll. Für mich. Was soll ich damit? Was soll ich mit einem Auto? Was soll ich mit einem Auto von dir? Von dir? Verstehst du nicht? Ich will nichts von dir. Ich wollte nie was von dir. Mich hat niemand gefragt, ob ich dich will.
Ich wollte dich nie.
Jetzt steh ich hier vor dir. Ein gestelltes Lächeln auf deinem Gesicht. Gestellt. Warum musste es so kommen? Warum kann ich kein normales Leben führen? Warum geht es mir so?
Die letzten Jahre schwirren in meinem Kopf umher.
17 um genau zu sein.
Eine Diashow läuft in meinem Kopf.

Ich sehe mich als Baby. Dann auf dem Arm meiner Mama - meiner Oma, meines Opas, der für mich oft so viel mehr war - und der nicht mal Blutsverwand mit mir ist. Der, der nicht noch einen Jungen wollte. Aber ich war ja das brave Mädchen. Solange bis ich seine Baukammer auseinander genommen hab - mit vier.
Dann Bilder von einem Mann mit schulterlangem schwarzen Haar. Ich sitze auf seinem Schoss - mit rosa Kleidchen. Er will mir einen Kuss auf den Mund drücken. Ich weine, wehre mich. Will nicht.


Schon damals wollte ich nicht.
Es gab nur wenige Bilder mit dir. Sechs Stück. Dann nur wir allein. Meine Familie und ich. Mama, Oma und Opa. Mehr brauchte ich nicht zum Glücklichsein.
Ich hatte sogar sowas wie Geschwister. Meine großen Cousinen und Cousins. Sandro - Bianka - Antje - Martin - Steffi.
Danke euch. Ihr seit alle mein Leben.

Du nicht.
Ich kenne dich nicht - will dich nicht kennen.
Meine Erinnerungen laufen weiter.

Ich bin vier. Sitze auf meinem ersten rosa Fahrrad. Hinter mir steht Martin - zehn Jahre alt. Süßer Blondschopf. Auf dem nächsten die gleiche Szene - ich und Sandro. Ich fünf - er fünfzehn. Mein BigBrother.
Alles in meinem Kopf läuft schneller.
Weihnachten, ich und meine Lieblingstante und mein Lieblingsonkel sitzen auf dem Sofa - Ich bin sieben.

Die Schule ist mein Ding. Meine beste Freundin Isi und ich sind unzertrennlich.
Als ich neun bin stirbt mein Onkel. Ein Teil von mir stirbt. Ich weine nur noch.
Kurz dafor habe ich meinen Hund bekommen. Auch sind wir umgezogen - unser eignenes Haus. Nur Mama, Kelly und ich. Ich freue mich. Mein Hund ist immer für mich da. Ohne sie kann ich nicht mehr.


Ich werde immer älter - auch beginne ich zu fragen, wer du bist. Mama sagt mir, dass du Günther heißt. Dass ich dir so ähnlich bin. Ich habe deine Augen. Von Mama habe ich nur die braunen Flecken in meinen Augen. Das grün ist von dir. Warum kann ich nicht Mamas schöne braune Augen haben? Immer wenn ich in den Spiegel sehe, sehe ich dich. Ich will dich nicht sehen. Niemals.
Mit der Zeit verfliegt mein Verlangen dich zu sehen. Wir sind bis jetzt super klar gekommen, warum soll das in Zukunft nicht mehr so sein?

Fastnacht mit elf. Ich und Isi verkleiden uns als "Sailor Kriegerinnen". Sie als "Sailor Venus", sie hat so schöne lange blonde Haare. Ich mit meinen dunkelbraunen, fast pechschwarzem Haar als "Sailor Mars". Vermutlich weißt du nicht mal was das ist. Und mein Haar - ja. So schwarz wie deines. Ich hasse es und bin froh, als es heller wird.
Der Schulwechsel mit zwölf ist hart für mich - verdammt hart. Ich verliere meine beste Freundin Isi - Finde aber neue Freunde. Freunde, wo ich im Nachhinein sagen kann, Freunde fürs Leben.
Becky und Elli, ich danke euch.
Die Schule ist der Horror - Ich bin froh als ich das Abschlusszeugnis der 10. Klasse in der Hand halte. Mein Leben beginnt - oder es ist vorbei? Mama macht Fotos von mir und Becky. Ich bin einfach froh, es hinter mir zu haben. Das Horror-Leben beenden.

In diesen letzten Jahren wächst ebenso die Liebe zur Musik.
Weißt du was für Musik ich mag?
Weißt du dass ich Daniel Küblböck mag?
Weißt du, wieviel Halt er mir schon gegeben hat?
Was, was nei von dir kam?
Ich brauch dich nicht.


Ich habe meine Familie. Was hast du?
Du hast es noch nicht mal für nötig gehalten deiner Frau von mir zu erzählen - sie weiß es immer noch nicht. Und deine anderen Kinder? Sie wissen auch nichts. Schön wie du mcih geliebt hast!?

Ich mache endlich mein eigenes Ding. Ich werde Erzieher. Ich schaf das - ohne dich. Verstehst du OHNE dich!
Ich wohne im selben Ort wie du. Aber ich will dich nicht sehen. Obwohl ich weiß wo du wohnst. Ich weiß wo deine Gaststätte ist. Aber ich besuche dich nicht.
Reicht as nicht?
Was willst du jetzt hören?
Dass ich dich vermisst habe? Niemals.
Ich vertraue meinem Gefühl - das hat mcih ncoh niemals belogen.
Du hälst mcih für verrückt? Klar ich fahr voll auf diese Eso-Schiene ab und ich arbeite seit genau drei tagen im Behindertenwohnheim.
Ich warte darauf, dass du sagst, dass ich da hingehört. Du sagst es nicht. Du weißt nicht was ich denke, was ich mache. Wusstest du noch nie.

Jetzt stehst du hier vor mir. Alt und grau. Dein Haar ist nicht mehr schwarz. Du bist mager - nicht mehr so stark wie früher. Du bist ein alter Mann. 61. Uralt. Du kannst das nicht sein.

"Wie findest du es?"

Scheiße, würde ich am liebsten brüllen. Von dir will ich nichts annehmen.
Ich schaue meine Oma an. Sie lächelt.
Ich hasse sie.
Durch sie ist alles soweit gekommen.
Warum musste sie zu ihm fahren. Ist es nicht meine Sache?
Allein meine?
Wenn ich ihn sehen wollte, hätte ich hingehen können.
Aber ich wollte nicht.
Zum Teufel nochmal, warum versteht mich hier keiner?
ICH WOLLTE NICHT.

Und jetzt hat Oma das entschieden - nur um ihre scheiß verdammte Neugier zu befriedigen.
Ich hasse sie dafür.
Das ist mein Leben.

Warum versteht nur Mama mich?
Oma macht ihr ständig Vorwürfe - Ich wolle dich nicht sehen, weil meine Mama es mir eingeredet hat. Schwachsinn. Ich will dich nicht sehen, weil ICH es NICHT will. ICH, ICH, ICH, ICH. Begreift es doch, bitte!
Sie kann nichts dafür. Ich bin alt genug.

Ich nehme den Schlüßel und setzte mich ans Steuer. Er weiß nichtmal wie alt ich bin - mit 17 darf man noch nicht fahren. Mir egal. Dir egal. Super.

Oma lacht. Bestimmt denkt sie, Mei dem Kind gefällt das neue Auto.
Was soll cih mit einem Auto? Soll dass deine Liebe ersetzten?
Das geht nicht.
Am liebesten würde ich das Schrottding gegen einen Baum setzen....

Warum eigentlich nicht?
Ich wende, rase den Feldweg entlang.
Auf nimmer Wiedersehen.
Nie mehr muss ich euch sehen.

Mama ich liebe und vermisse dich. Du kannst nichts dafür...
Kelly, meine Süße, pass gut auf sie auf...

Ein Aufprall - Höllischer Lärm.
Ich spüre nichts mehr.

Ich liebe euch, Mama, Kelly...

Aber dich, dich und Oma hasse ich...
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