sobeautyful.

Wir tauschen unsre DNA und wir zeugen Krieger!

Navi

o1 Alter Strand. anfahrtsweg. der erste blick aufs meer. sonnenplatz. das beste bier der welt. zwischen den dünen. sonnenuntergang. rücktour.

o2 Credits design

Stolen.

© Songtext, Dashboard Confessional feat Juli - Stolen



Wolken. Nichts als Wolken. Der Himmel ist voll davon. Alle sehen anders aus, und doch sind sie alle gleich. Grau – und sie scheinen jeden Moment zu platzen. Und dann ergießt sich herrlich kalter Regen über die ausgetrockneten Felder und Wälder, die ich von hier sehe. Regen ist Leben. Aus grauen Wolken, entsteht Freude...
Aus mir kommen nur noch Tränen.
Auf meinem Schoß liegt ein Buch. Das Cover eingeklemmt zwischen den Seiten. Dabei hasse ich es, wenn es eingeknickt wird. Es zeigt mir wie weit ich bin.
Kapitel Einundzwanzig ist durch. Ich gehöre wohl auch ins Hier. Dorthin, wo die Menschen leben, die einfach verloren gegangen sind. Hier findet man auch die Socken, die in der Waschmaschine jedes Mal verloren gehen, oder vergessene Gerüche aus der Kindheit. Ich glaube dort finde ich auch den Geruch des Parfums meines Vaters, der über die vielen Jahre einfach verschwunden ist.

Warum ist jetzt alles so schwer geworden? Seit diesem Jahr hat mein Leben sich um 280 Grad gedreht – wenn das reicht... Nein nicht mein Leben – Ich.
War ich nicht vorher glücklicher? Unbeschwerter? Mir war alles wichtiger. Familie – Freunde – Schule. Ich hab keinen Wert drauf gelegt, was andere über mich gesagt haben. Ich hatte alles, was ich brauchte zum Glücklichsein. Der Halt, den mir alle diese Personen gegeben haben.
Aber irgendwie hat doch etwas gefehlt. Liebe, Wärme, Nähe?

We watch the season pull up its own stage
And catch the last weekend of the last week
Before the gold and the glamour have been replaced,
Another sun soaked season fades away


Es riecht unheimlich gut. Unzählige Küsse huschen über meine Lippen. An meinem Hals entlang. Hände die meinen Körper erforschen, mein Shirt hochschieben und berühren. In meiner Nase die warme Nachtluft, und der Geruch von ihm. Wenn ich versuche meine Augen zu öffnen, kann ich kaum etwas sehen. Es ist alles verschwommen, aber es stört nicht. Ich spüre sanfte Bartstoppeln, die mich berühren, als unsere Zungen zum unzähligsten Mal in dieser Nacht miteinander spielen. Meine Hand gleitet zu seinem Gesicht. Ich fahre über seine Wange, will die Stoppeln überall spüren. Wandere weiter durch sein blondes Haar. Er löst sich von mir. Seine unheimlich schönen blauen Augen sehen mich an. Seine Lippen sind rot. „Willst du mehr?“, flüstert er. Leise, verschluckt die Wörter fast. Ich ziehe ihn wieder zu mir. Wir küssen uns...

You have stolen my heart
You have stolen my heart


Früh komme ich nach Hause. Mein Haar zerwühlt. Im Flur kommt mir meine Mutter entgegen, fragt mich ob ich jetzt erst zurück bin. Ich bejahe und gehe gradewegs in mein Zimmer – ins Bett – schlafen.
Am nächsten Morgen kommt mir alles vor, wie ein Traum. Meine Hände gleiten über meinen Körper. Ich hab das nicht gemacht.... oder? Ich doch nicht. So weit gehen, ohne Liebe? Oder „liebe“ ich ihn doch? Ihn? Enrico? Ein Traummann könnte man sagen. Aber das, was zwischen uns lief, war nicht geplant. Einfach so. Aus Lust... Es war kalt.
Ist das eine Entschuldigung? Muss ich mich entschuldigen? Bei wem? Bei mir? Dafür?
Eigentlich nicht. Ich habs doch genossen.

Invitation only grant farewells
Crush the best one, of the best ones
Clear liquor and cloudy eyed, too early to say goodnight


Irgendwie bin ich an diesem Tag noch gut gelaunt. Aber an den nächsten Tagen...?
Ich stehe neben mir, weiß gar nichts.  
Ich schreibe zwischendurch mit einem anderen. Andreas. Nur so, zum Spaß. Ich habe keine Absichten. Es tut nur manchmal gut, eine liebe SMS zum Aufstehen oder vorm Einschlafen zu bekommen. Das ist er für mich „Aufheiterung“.
Die Sache mit Enrico ist klar. Vielleicht sehen wir uns wieder, aber mehr ist nicht zwischen uns.
Aber irgendwie beschäftigt mich die ganze Sache doch mehr, als ich gedacht hatte... und ich habe ziemliche Scheiße gebaut – denke ich im Nachhinein vielleicht. Aber irgendwie tat es gut. Ich konnte an andere Sachen denken. Vergessen waren die Männer. Nur noch Spass haben und lachen.

Ich bin über die Sache weggekommen, sehe es nur als Erfahrung. Eine die ich mit Sicherheit nie wieder tun werde... Denke ich bis dahin. Genau drei Wochen später... Andreas hat es doch geschafft, das wir uns treffen.
Auf dem Parkplatz. Eine Stunde nur so quatschen. Dann muss er los. Er ist okay. Menschlich, sehr offen und er hat was an sich, was ich mag.
Groß, schwarze Haare, dunkle Augen. Männlicher als Enrico.
Ich hab gute Laune. Irgendwie ist das ein Egoschub, nach der Scheiße in der Vergangenheit. Es tut gut.
Später schreiben wir wieder.

Eine Träne bahnt sich den Weg über meine Wange. Ich habe versucht mit meiner Freundin zu telefonieren. Ich musste auflegen. Schon wieder. Wie oft schon heute? Mein Blick gleitet zum Fenster. Der Himmel weint mit mir.

Wir sitzen auf meinem Bett. Er hat’s geschafft mich zu überreden. Ich wollte gar nicht, das er rauf kommt. Aber meine Mitbewohner meinte, „Mach schon.“
Er zappt durchs TV-Programm. Willi wills wissen. Kinderkanal. Ihm ist kalt. Ich soll das Fenster schließen. Ich stehe, als ich mich wieder umdrehe, liegt er in meinem Bett.
„Was wird das?“, frage ich.
„Ich liege gut.“, sagt er.
Ich setzte mich auf den Rand des Bettes.
„Das ist unbequem.“, sage ich.
Er rückt zur Wand. „Hier ist noch Platz für dich.“
Ich schüttle den Kopf.
Er sieht mich an. Setzt sich auf. Seine Augen durchbohren mich. „Bekomme ich jetzt eine Umarmung?“
Ich muss grinsen und lehne mich zu ihm. Seine Arme legen sich um mich.
Ich sitze an ihn gelehnt, seine Hand streichelt über meinen Arm, meine Schulter, streicht die Haare aus meinem Nacken. Mein Kopf liegt an seiner Brust. Ich höre sein Herz schlagen. Schnell...

You have stolen
You have stolen
You have stolen my heart


Seine Hand streicht mir übers Gesicht, und dann küssen wir uns. Irgendwie vertraut. Auch bei ihm spüre ich leichte Bartstoppeln. Ich mag das ja...
Mit der Zeit wird er mutiger. Geht mit den Händen unter mein Shirt, zieht es aus. Beginnt mich an den Rändern meines Bhs zu küssen. Auch meine Hände gehen weiter, unter sein Shirt. Ich ziehe es aus, dann fällt auch das zu Boden. Seine Brille findet unsanft den Weg auf meinen Nachtschrank. Kurze Zeit später fällt auch mein Bh zu Boden. Er überdeckt mich mit Küssen. Aber irgendwie fordernd.
Er nimmt meine Hand und geht damit zu den Knöpfen seiner Jeans. Ich streiche hoch über seinen Bauch und seine Brust. Er küsst meinen Hals und schiebt meine Hand wieder nach unten. Ich öffne seine Hose. Gehe weiter. Auch sie liegt samt Boxershorts auf dem Boden. Er liegt nackt neben mir. Auf mir, wie auch immer. Mein Blick geht automatisch über seinen Körper. Verstecken muss er sich nicht. Eigentlich alles perfekt. Nicht zu schlank... vollkommen okay. Sein Schwanz steht wie eine eins. Er ist mehr als erregt. Seine Hand geht zum Knopf meiner Jeans. Ich ziehe sie weg. Er nimmt meine Hand, ich soll seinen Schwanz anfassen, ihn noch geiler machen. Als ich ihn berühre stöhnt er mir ins Ohr.
Seine Hände wandern ein weiteres Mals zu meiner Hose. Ich schiebe sie wieder weg.
Ein dritter Versuch, diesmal hält er meine Hände mit einer Hand fest. Leckt über meine Brust, küsst mich und geht wieder an meine Hose. Es ist schwer meine Hände zu befreien. Er ist stark und seine Erregung, scheint diese Kraft noch weiter auszudehnen.
Dennoch schaffe ich es.
Er guckt mich an.
„Stopp.“, sage ich nur.
„Wieso?“, fragt er.
Ich weiß, das ich nicht mehr will. Noch nicht. Nicht jetzt.
„Nicht beim ersten Treffen.“
„Jetzt wo wir schon soweit gegangen sind?“
Ich nicke. „Mehr geht nicht.“
Er küsst mich.
Ich hole ihm noch einen runter. Sozusagen. Dann muss er aber schon ganz überstürzt los. Wir ziehen uns schnell an, und ich bringe ihn noch nach unter. Kein Kuss zum Abschied – nichts. Er muss nach hause. Sollte da schon vor 20 Minuten sein.
Ich gehe wieder nach oben. Eigentlich bin ich am grinsen. Aber andererseits...?
Schon wieder, beim ersten Treffen so weit gegangen. Das wollte ich doch nicht mehr.
Aber diesmal war ein Gefühl dabei. Aber welches?

Immer mehr Tränen laufen über mein Gesicht. Ich streiche eine meiner braunen Haarsträhnen hinter mein Ohr. Draußen regnet es unaufhörlich...

I watch you spin around in the highest heels
You are the best one, of the best ones
We all look like we feel


Was war das heute nur für ein kaputter Tag? Eigentlich hatte es schon gestern angefangen... Ich habe nachgeforscht, eine die im selber Krankenhaus arbeitet wie er. Ich wollte nur wissen, ob sie ihn kennt. „Ja er ist mit einer aus ihrer Klasse zusammen.“
WUM.
Der Boden schießt in den Abgrund. Tränen, Enttäuschung, Wut, machen sich in mir breit.
„Sicher?“, frage ich zurück.
Er hat eine Freundin. Mit der war ungefähr zu der Zeit – vor drei Wochen Stress. Da komm ich grade Recht. Ablenkung, Spaß. Mit mir spielen.
Ich hasse es wenn man mich anlügt. Er ist sozusagen fremdgegangen – mit mir. Das ist doch alles nur ein schlechter Scherz?
Ich habe ihn drauf angesprochen. Es ist seit dem Freitag, bevor wir was hatten, Schluss. Soll ich das glauben? Kann ich das glauben? Will ich es glauben?

Ich weiß noch nicht mal, was ich für ihn fühle. Liebe ist es nicht, es tat einfach gut, jemanden zu haben, der mich in den Arm nimmt, mir Nähe, Wärme, Geborgenheit gibt... Und vielleicht hätte Liebe draus werden können. Schon allein, weil er immer sagte, „Aus uns kann vielleicht was werden.“.
Er hat mir versprochen nicht mit mir zu spielen... Das habe ich gesehen.

Aber man lernt ja... Ich muss stark sein, auch wenn ich das im Moment gar nicht kann. Genauso wenig wie diese Wolken, die ihren Regen loslassen müssen, die sich ausschütten....

You have stolen my
You have stolen my
You have stolen my heart


{PLACE_POEWEREDBY}
Gratis bloggen bei
myblog.de